Auf der Suche nach einem Geräusch

Im Frühjahr 2018 musste ich leider feststellen, dass der Guzzimotor erhebliche mechanische Geräusche verursacht. Solche die über den normalen Geräuschpegel eines alten, luftgekühlten Motors hinausgehen. Ich habe sie also weggestellt und nun erst, 1 Jahr später die Zeit und die Gelegenheit mich dieses Problems anzunehmen.

Heute (07.03.2019) war es dann endlich soweit! Also auf die Hebebühne und los geht es!

Nach etwa 2 Stunden war sie zerlegt und der Motor stand auf der Werkbank.

Die Hebebühne dient jetzt als "OP-Tisch"!

Die beiden Zylinder waren schnell demontiert, alle in diesen Bereichen demontierten Teile sind in erstklassigem Zustand!

Auch die Ergal-Stirnräder machen einen guten Eindruck. Man sieht ihnen weder ihr hohes Alter noch die wirklich hohe Laufleistung an!

So sieht der wirklich tolle Arbeitsplatz aus. Auf der Werkbank wird geschraubt, auf der Hebebühne sauber eingelagert.

Der Motor ist nun in Gänze zerlegt und mein Verdacht, dass sich die Pleuellagerschalen langsam in Luft auflösen hat sich bestätigt. Spiel ohne Ende, das muss einfach Geräusche machen. Ich habe dann noch einmal in meinen Unterlagen nachgeschaut und festgestellt, dass die KW genau vor 20 Jahren, nach einem kapitalen Motorschaden, das letzte Mal geschliffen wurde. Wo ist nur die Zeit geblieben?

Ölschlamm von 20 Jahren. Das bleibt selbst bei der Verwendung bester Öle nicht aus!

Ich werde nun die Tage mal in meine Motoreninstandsetzung fahren und die Fachleute auf die KW schauen lassen. Dabei wird dann festgelegt ob ich nur neue Lagerschalen brauche oder ob die KW auch geschliffen werden muss. Schauen wir mal.

 

Zwischenzeitlich, und damit habe ich schon angefangen, werden alle Motorteile von dem 20 Jahre alten Knaster befreit. Das finde ich sehr gut und man kann sich dabei auch gleich einen Überblick zum Gesamtzustand verschaffen. Bis jetzt sieht alles sehr gut aus!

 

Eine Liste der zu erneuernden Teile, Dichtungen, Simmering etc. habe ich schon angefertigt, das ist alles sehr überschaubar.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass mein Herzblatt schon in sehr kurzer Zeit wieder fröhlich vor sich hinballert und wir eine sehr schöne Saison vor uns haben werden.

Zugegeben, es ist eine Scheisarbeit alles zu reinigen. Andererseits ist es aber auch wirklich schön, wenn danach wieder alles sauber ist und gepflegt aussieht!

Heute habe ich mich mal um das Getriebe gekümmert, das Gehäuse von außen gereinigt und das Getriebeöl gewechselt.

Im Moment habe ich den Kardan in der Mache. Das Kardanöl plus Additiv habe ich schon gewechselt. Die Reinigungsarbeiten mache ich morgen.

 

Fertig!

Weiter geht es mit dem Hinterrad, ein Mal durchputzen!

Die Dell Ortos wurden komplett zerlegt und werden jetzt im Ultraschallbad aufgefrischt

Es ist schon von Vorteil wenn man mal alle Teile in die Hand nehmen kann! Es putzt sich so viel leichter!

Mit den Unterzügen geht es demnächst weiter, aber erst einmal muss ich umziehen und meine neue Wohnung renovieren.

Hier ist erst einmal Pause, aber ich werde weiter berichten wenn es weiter geht. Geduld!

Heute am 2. Mai ging es dann endlich weiter. Zwischenzeitlich habe ich die KW vermessen lassen, sie war voll im Sollmaß. Also musste ich nur die Pleuellagerschalen ersetzen. Das ist insbesondere finanziell sehr überschaubar. 4 Pleuellagerschalen im 2. Untermaß mit 4 neuen Dehnschrauben 70 Euro! Der Rest ist einfach nur viel Arbeit!

Vor der Montage der Kurbelwelle habe ich noch die Notschmierbohrung geöffnet und gereinigt. Wenn schon, denn schon. Waren aber auch nach 20 Jahren praktisch keine Ablagerungen drin. Egal, ist gut für das Gewissen!

Die KW war schnell montiert. Also ging es flott weiter.

Unten herum ist der Motor nun fertig, alles schön sauber und mit neuen Dichtungen montiert.

Auch die Montage von Nockenwelle (Toppzustand, dto die Stößeltassen), Ölpumpe und Stirnrädern verlief problemlos. Kein Wunder, die Teile kennen sich ja schon mindestens 30 Jahre!*)))

Die Kolben sind auch montiert, morgen wird der Motor fertig!

Gesagt, getan!

Nun ist der alte Poltergeist also wieder zusammen!

Im Rahmen einer Heimarbeitmaßnahme habe ich heute meine ultrageschallten Vergaser wieder zusammengebaut. So weit, so gut, allerdings müssen die Gasschieber beide erneuert werden. Die haben es deutlich hinter sich! (die hätte ich besser dreckig gelassen, dann wäre der Verschleiß nicht so aufgefallen. Er ist das Ergebnis vom Fahren mit offenen Trichtern, sie sind wie grob geschmirgelt!)

Hübsch sind sie wieder!

Jetzt muss noch das Fahrwerk gereinigt werden, danach kann ich sie komplett zusammenbauen. Mache ich in den nächsten Tagen.

Weiter geht es, jetzt wird wieder zusammengabaut!

Ist das Fahrwerk erst einmal wieder über dem Motor, dann ist die schlimmste Arbeit gemacht.

Danach geht es relativ flott!

An dieser Stelle muss ich meinem Kreuzgelenk huldigen. Es ist jetzt 35 Jahre alt, hat etwa 250.000 Km gelaufen und ist immer noch in Topform!

Morgen wird die Guzzi fertig!

Fertig, sie ist wieder zusammen. Jetzt fehlen nur noch das Motoröl, Benzin, ein Probelauf und einige kleine Einstellarbeiten!

Heute war Probelauf! Motor kling gut! Allerdings läuft aus der Kupplungsglocke das Öl schneller raus als man es oben einfüllen kann. Ich wollte den KW-Simmering wechseln, hatte es mir sogar aufgeschrieben und habe es vergessen! Scheisse, ich werde alt!

 

Also alles wieder auseinander (erledigt), Ersatzteile bestellen (erledigt, neue Kupplungsfedern kriegt sie jetzt auch noch) und dann alles wieder von vorn!*(((

 

Das kann ich besser!

 

Die Ersatzteile sind da!

Alles ist eingebaut, die Guzzi schon wieder fast komplett!

Und der nächste Probelauf zeigte dann: sie ist immer noch undicht! ICH BIN KURZ VOR DEM SELBSTMORD!

 

Also muss der Motor ein 3. Mal raus. Ich berichte weiter!*(((

Alles auf Anfang! Der Guzzi-Motor die Dritte (3!!!)

Da steht der alte Rumpelgeist nun also wieder auf der Werkbank. Ein vertrautes Bild!

Die Fehlersuche gestaltete sich sehr einfach. Alles war öltrocken, bis auf ....

die Dichtungen an der Schraube von der Ölrückfürleitung der Motorentlüftung. Wie in der Formel 1 entscheidet auch hier ein 5 Ct-Artikel über hopp oder topp! Unfassbar!

Ich habe jetzt Quetschdichtungsringe verbaut. Morgen baue ich wieder alles zusammen!

Das habe ich dann auch getan, alles wieder feinsäuberlich eingestellt! Und dann hatte ich ein paar Tage keine Zeit. Als ich dann wieder meine Werkstatt aufsuchte, durfte ich feststellen, die Ölwanne war schon wieder feucht, obwohl die Guzzi keine Sekunde gelaufen war! Doch wo kam das Öl her?

Ich habe dann zur Fehlersuche die Ölwanne im Bereich der Dichtungen mit Mehlschwitze eingepinselt und diese trocknen lassen. Das Ergebnis war, in den Bereichen beider Ölwannendichtungen (nagelneu!), schwitzte sie. Gut, das hätte man mit etwas Arbeit (Ölwanne und Zwischenring demontieren) und einem guten Dichtmittel hinkriegen können!

Ich habe sie dann aber doch noch mal laufen lassen, und siehe da, das Öl sprudelt auch wieder aus der Kupplungsglocke! Verdammte Kacke!!!! Das bedeutet, der Motor muss wieder raus, jetzt zum 4. (vierten) Mal! Es fällt mir mittlerweile schwer, fröhlich zu bleiben!

 

Ich berichte weiter! (Wenn ich nicht vorher eingewiesen werde!)

Als Vorbereitung der anstehenden Arbeiten am Motor habe ich heute schon mal zwei Ölwannendichtungen geschnitten. Schlechter als die Zubehördichtungen sind sie nicht, vor allem aber etwas dicker und aus vernünftigem Dichtungspapier! Die Karre muss doch dicht zu kriegen sein! (Gut ist in diesem Zusammenhang, wenn man noch eine alte Dichtung hat, die man als Schablone nutzen kann. Gebrauchte Dichtungen also nie wegschmeißen!)

Ran ans Werk!

Da steht er also wieder mutterseelenallein auf der Hebebühne.

Also es ist unheimlich schwer ein klares Schadensbild zu erkennen. Das Leck kann sowohl an der Ölrückfürleitung als auch am hinteren KW-Lagerschild sein! Ich habe daher entschieden die (neue) Dichtung hinter dem KW-Lagerschild nocheinmal zu erneuern! Dazu habe ich mir heute erst einmal einen Abzieher für den Lagerschild geliehen und schon mal eine Dichtung geschnitten!

Ein weiteres Augenmerk habe ich mal auf die Dichtflächen der Ölwanne und vom Zwischenring gelegt. Mich wundert jetzt gar nichts mehr, nur, dass mir der katastrophale Zustand vorher nicht aufgefallen ist! Hier liegt noch richtig Arbeit vor mir. Hier hat doch niemand fachmännisch mit einer Fräse gearbeitet, eher mit einer Kreissäge oder einer Holzraspel. Bei diesem Riefenbild hat man keine faire Chance den Laden dicht zu kriegen!

Ich habe alle Dichtflächen etwa zwei Stunden lang von Hand geschliffen. Jetzt sind sie so wie sie sein müssen und meine Finger ohne Profil.

Den hinteren KW-Lagerschild habe ich gezogen und ihm eine neue Dichtung verpasst. Entgegen meiner tiefsten inneren Überzeugung habe ich alle heute verbauten neuen Dichtungen beidseitig mit Dirko, rot, bestrichen. Wenn der Motor jetzt nicht dicht ist, dann weiß ich echt nicht mehr weiter.

Wenn man schon dabei ist, kann man auch gleich zwei kaputte Gewinde mit zwei Helicoils instandsetzen.

Morgen geht es weiter.

So, nun ist der Motor das 4. Mal drin. Aber ob er auch dicht ist? Nobody knows! Wir werden sehen.

Das Martyrium hat ein Ende (16.09.2019)! Sie ist zusammen, läuft und ist dicht! Haleluja!

Jetzt muss ich nur noch mit ihr zum TÜV! Bin 13 Monate drüber! Aber das ist eine reine Formsache!

Damit ist dieses Kapitel abgeschlossen!

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