Die Frage nach dem Sinn

 

Zunächst stellt sich mir und anderen die Frage: "Was mache ich eigentlich seit vielen Jahren? Restauriere ich Motorräder? Schraube oder bastle ich? Restauriert vielleicht nur der, der absolut am Original hängt? Ist eine Laverda 750 s restauriert oder vermurkst, wenn sie nicht mit den originalen, den "Laverda-Schriftzug" tragenden Schrauben zusammengebaut ist?" Sind Motorräder nur dann wertvoll, wenn sie sich im Originalzustand befinden, wie es die "Originalheimer" immer wieder behaupten? Oder ist möglicherweise der Auslieferungszustand nur die Basis für spätere Modifikationen? Ehrlich gesagt, ich weiß es auch nicht!

Vielleicht weil es mir auch nie wirklich wichtig war? Vom Beruf her habe ich es nie gelernt, denn es gehört weder in den Arbeitsbereich eines Maurers noch in den eines Stabsoffiziers! Ich konnte damals nicht ahnen welche Freude
mir Motorräder einmal machen würden. Hätte ich es gewusst, ich hätte etwas Anderes gelernt. Und eine weitere Begrenzung ergibt sich aus dem verfügbaren Werkzeug- und Maschinenbestand. Der besteht aus einer gut sortierten Werkzeugkiste und einer Standbohrmaschine, ergänzt durch eine gehörige Prise handwerkliches Geschick und Mut zur Lücke! Man muss sich manchmal eben auch etwas zutrauen, auch wenn es dann mal völlig in die Hose geht. Beim nächsten Mal wird es schon werden. Zu guter Letzt kommt niemand an einem Fundus "guter" Adressen vorbei. Dort wird dann geholfen, der Eine kann dieses, der Anderes jenes! Das Ganze am besten auf der Basis von Gegenseitigkeit! (Ein riesiges Problem, denn die Seite der ewig Nehmenden ist deutlich stärker vertreten!)

Also, die höchst philosophischen Diskussionen zu Art und Umfang von Restaurationen müssen andere führen, ich bin dazu völlig ungeeignet. Ich habe alles immer aus großer Freude an der Technik gemacht (ich kann stundenlang neben meiner Guzzi oder XS sitzen und die technischen Details auf mich wirken lassen und mich an ihnen erfreuen!), Alltagstauglichkeit und ein ordentlicher Sicherheitsstandard
waren mir dabei immer sehr wichtig. Und, ich wollte immer etwas Eigenes! Vor manchem TÜV-Besuch hatte ich Schweißränder unter den Armen, manche Dinge waren mitunter sehr speziell geraten und von ausgeprägtem Mut getragen, wenn auch technisch einwandfrei!

Ich habe in der Beschäftigung mit meinen Motorrädern immer eine schöne Entspannung gefunden, technische Herausforderungen die den Verstand fordern. Dabei war es mir immer wichtig, das zu machen was ICH wollte, nicht das, was die anderen meinten, dass ich tun sollte. Das schließt natürlich fachliche Tipps nicht aus! Es waren immer meine Motorräder, mein Stil und vor allem auch mein Geld! Zur Belohnung gab es zumeist eine Menge Lob anderer, wenn ein Fahrzeug dann fertig war. Nerven haben mich nur die "Möhren" anderer gekostet!

Ich handle nicht nach dem "IKEA-Motto": "Restaurierst du noch oder fährst du schon?" Was in Angriff genommen wird muss auch absehbar fertig werden! Nichts wird für die Vitrine gemacht, alles muss auf die Straße (und das nicht auf einem Anhänger und egal bei welchem Wetter!). Mein Hauptaugenmerk liegt dabei in einem möglichst vernünftigen Kosten-/Nutzenverhältnis. Denn ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und auch noch andere Interessen!


An den verschiedenen existierenden Foren zu meinen Motorradtypen beteilige ich mich nicht. Sie sind zumeist geprägt durch die Meinung einiger weniger "selbsternannter Gurus", die aber teilweise auch geschäftliche Interessen verfolgen (das ist dann ganz besonders übel!). Nur ihr Wort gilt und Toleranz wird in diesen Foren häufig sehr klein geschrieben. (Und da das Internet so herrlich anonym ist, wird dort häufig auf Teufel komm heraus gepöbelt) Daneben wird versucht alles zu verwissenschaftlichen (selbst das Ausklappen eines Seitenständers) und Werksingenieure haben eh keine Ahnung! Aber, und das ist meine Philosophie, jeder möge das für sich selber entscheiden, man kann dort sicherlich auch sehr nette Leute kennenlernen (dieses Glück hatte ich nicht!). Wenn man nicht alles glaubt was dort so verbreitet wird, dann sind sie teilweise sogar recht informativ, befreien aber nicht vom eigenen Nachdenken. Wenn es zum Schwur kommt und mal etwas richtig in die Hose geht ist man ohnehin allein und es betrifft dann auch nur den eigenen Geldbeutel. Kostenlos bzw. gratis gibt es dann nur noch Hohn und Spott!

In diesem Bereich nun berichte ich über Erfahrungen, die ich während der Überholung / dem Neuaufbau / dem Aufbau und / oder der Modifizierung von:

- 4 Yamaha XS 650 (drei eigene und eine fremde)
- 1 Yamaha XT 500

- 2 Yamaha SR 500 (eine eigene und eine fremde)
- 1 Laverda 500 SFC
- diverser Honda CB 200 (ich glaube es waren 4 Stück)
- 1 Moto Guzzi LM II
- der mehrfachen Überholung meiner eigenen Moto Guzzi, Le Mans III
- dem Eigenbau meiner "ToBi Spezial" (auf Yamaha XS 650-Basis)
- der Überholung (m) eines Le Mans II-Rundmotors
- der Reparatur meiner Unfall-Yamaha XJR 1300 SP
- der Überholung von mehreren Paar KONI-Stoßdämpfern
- dem Aufbau eines Custombikes auf der Basis einer Honda
XBR 500
- der intensiven Pflege und Wartung meiner Yamaha SRX-6
- dem Aufbau eines Custombikes auf der Basis einer Yamaha XS 400, 2A2
- dem Neuaufbau einer Yamaha XS 400 Cup/Z
- dem Neuaufbau einer Yamaha XS 750
- dem Neuaufbau einer "GULF"-Yamaha-XS 750 und
- der Überholung eines zweiten XS 750 Motors, als Ersatzmotor
- der Überholung eines zweiten XS 400 Motors, als Ersatzmotor

gemacht habe.

Vielleicht die wichtigste Erfahrung die ich gemacht habe vorweg:

"Schrauben muss nicht zwangsläufig einsam machen und muss auch nicht in der Verbannung (im Keller, der Garage oder der Werkstatt) stattfinden!"

Doch seht selbst!

So kann ein Platz zum Polieren von Gabeltauchrohren auch aussehen! (Hilfreich, aber nicht zwingend vorgeschrieben dafür, ist aber wohl der Junggesellenstatus und eine eigene Wohnung! Zumindest können so lange und nicht zielführende Diskussionen vermieden werden!)

Dann können selbst Auspuffanlagen (hier am Beispiel einer XS 650) im Wohnzimmer gereinigt und poliert werden!

Wichtig ist doch nur, dass zum Schluss einer da ist, der mal ein Auge darauf wirft! Hier jetzt mal am Beispiel eines Laverda-Höckers!

Es kann auch mal auf Hilfsmittel zurückgegriffen werden, die nicht in der Werkstatt zu finden sind. Einen Backofen z.B. (hier am Beispiel einer SR 500-Motorhälfte). Gut, die ersten aufgebackenen Brötchen haben einen Beigeschmack, aber man muss ja keines davon essen!*)))

Auch eine Geschirrspülmaschine kann sehr gute Dienste leisten ...

Polieren ist eine echte Schweinearbeit!

Ohne Worte ...!

Noch eine wichtige Erkenntnis!

Die zweitwichtigste Erfahrung in meinem langen Schrauberleben ist, dass eine Hebebühne zu den sinnvollsten Erfindungen überhaupt gehört! Mehr als 30 Jahre bin ich auf den Knien herumgerutscht, sind mir Teile in den Dreck gefallen! Jetzt schraube ich auf Augenhöhe, finde Stellen an meinen Motorrädern von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt! Einfach irre!

Ich hatte vor einigen Jahren das große Glück, so eine Hebebühne gebraucht von Freunden kaufen zu können und sage nur: "Nie wieder ohne!" Voraussetzung ist natürlich der notwendige Platz. Aber Leute, wer sagt, dass ein Auto in der Garage stehen muss? Ich / wir haben zwei Autos, zwei Garagen und beide Autos stehen ganzjährig auf der Straße!*))) Sie sind auch für den Einsatz außerhalb von Garagen gebaut worden, das darf man nie vergessen (kann als Argumentationshilfe genutzt werden!).

Meine Hebebühne mit der entstehenden Le Mans II meines Freundes oder eben mit meiner Guzzi.

Meine "blaue" Garage / Werkstatt in neuem Glanz!
So macht das Schrauben Spaß!

Es folgen ...

Ein paar schöne Bilder

Mein Guzzi-Tank (zwei Verschlüsse, weil es ja Benzin UND Superbenzin gab!) Für "E10" kriegt sie aber keinen dritten Deckel!

Über lange Ansaugtrichter (135 mm!) die wirken wie Turbolader in den unteren Drehzahlbereichen! (Aber auch nur da!).

Den Stöpsel nie vergessen! (Achtung: Auf der anderen Seite ist noch einer!)

Meine kleine Guzzi-Fahrerin von morgen!

Damit sie auch heute schon weiß was nicht so toll ist! (Das Lächeln ist gestellt!)

Guzzis gehören einfach nicht in den 2. Stock, vor allem dann nicht, wenn das Treppenhaus so eng ist!

Überholungsprojekte sehen am Anfang fast immer scheiße aus! (hier am Beispiel meiner XT 500).

Kleine Anekdoten

Von einem der auszog, um Speichenräder für seine Guzzi zu bekommen

Es begab sich vor mehreren Jahren, da setzte sich in meinem Kopf der Gedanke fest, meine Guzzi sollte Speichenräder haben. Zu etwa gleicher Zeit hatte ich einen Bekannten (der Name ist mir noch bestens in Erinnerung!) der glaubte und behauptete, ohne ihn wäre Guzzi schon lange ruiniert, bahnbrechende Erfindungen wären ihm zu verdanken etc., etc.! Er wohnte im vorderen Westerwald! Er wollte mir Speichenräder besorgen, ggf. selber anfertigen! Na prima, ich kann nämlich keine Räder einspeichen oder gar anfertigen (bis heute nicht!). Freudig erregt nahm ich sein Angebot an! Gesagt, getan! Mehrere Wochen später war es dann soweit, er hatte die Radnaben aus einem Gespannumbau und die Felgen irgendwo besorgt. Jetzt noch zwei Speichensätze und schon konnte meine Idee der Vergangenheit angehören. Als ich die Räder abholte fiel mir schon auf, dass an mehreren Speichen am Hinterrad der Chrom abgeblättert war und sie auch nicht wirklich gerade aussahen. Ok, Schnauze halten, er kann es, der Preis ging in Ordnung, muss wohl so sein! Also Reifen drauf und ab geht die Post! Nur irgendwie fuhr sich meine Guzzi jetzt gänzlich anders. War sie mit den Leichtmetallrädern noch stur geradeaus gelaufen, so entwickelte sie jetzt ein Eigenleben, das mir gar nicht gefiel. Mein Hintern sagte mir , das kommt von hinten! Ich sprach meinen Bekannten darauf an, aber der versicherte mir, alles super, alles bestens, er hatte es doch gemacht! Na gut. Los ließ mich das Ganze aber nicht. Wenn das Rad in Ordnung ist, der Impuls von hinten kommt, dann müssen die Konis im Arsch sein. Waren ja auch schon reichlich 10 Jahre alt, die Scheißdinger. Aber neue Konis sind teuer, und auf Verdacht gekauft erst Recht! Also habe ich sie ausgebaut, bin zu DeKonica gefahren, die waren ja auch im vorderen Westerwald, und stand daneben, als sie auf einem Prüfstand getestet wurden. Werte wie Neue sie haben! Ok, also die waren es auch nicht.

Ca. 2 Jahre später hatte ich in anderer Angelegenheit mit der Radspannerei Köhler (damals noch in Koblenz, heute in Fachbach auf der Oberau) zu tun. Den Männern schilderte ich mein Problem. Weil aber Ferndiagnosen immer Scheiße sind, war ihre Empfehlung, Räder ausbauen und herbringen. So sollte es sein!
Die Männer haben sich bei der Überprüfung meiner Räder, besonders beim Hinterrad, vor Vergnügen auf die Schenkel gehauen. Der "große Meister" hatte hinten eine Vorderradfelge eingespeicht! Da konnte nicht nur die Punzung nicht passen, natürlich auch die Speichen nicht! Und Festigkeit hatte das Hinterrad natürlich auch nicht und entwickelte dadurch sein Eigenleben. Gott sei Dank konnte man die Felge nachbohren, dann verstärkte Edelstahlspeichen mit eben solchen Nippel hinein (vorne auch gleich), richtig viel Kohle auf den Tisch des Hauses legen, und plötzlich und unerwartet lief meine Guzzi wieder wie auf Schienen!*))) Zu den Preisen: 1 Speiche à 2,40 Euro (in VA) und für das Einspeichen ca. 50 Euro pro Rad. Übrigens, ich habe 40 Speichen in jedem Rad! Ist jetzt was für Rechenfreaks!

So viel zu den "selbsternannten Fachleuten". Die Zeche zahlen immer die Anderen! Das muss man nicht nur begreifen sondern auch verinnerlichen.

Es sollte noch viel schlimmer kommen. Lest dazu die nächste Anekdote!

Der Ölwannenumbau
oder
Wie ruiniere ich einen Motor!?


Es ist ja mal so, Guzzi-Kurbelwellen pantschen dauerhaft im Öl und schäumen dieses auch auf. Das ist nicht so toll! Guzzis haben einen wenig wirkungsvollen und innenliegenden Ölfilter und das ist auch nicht so toll! Dagegen muss man etwas machen! Die Lösung dazu hatte mein Bekannter (der mit den Speichenrädern!). Er fertigte zu dieser Zeit in Kleinserie nicht nur die notwendigen Ölwannen-Zwischenringe (mit außenliegendem Ölfilter), sondern auch Ölwannen in die ca. 1 Liter Öl mehr reingeht. Den dazu notwendigen Umbau des Ölkreislaufes machte natürlich auch er! Nicht ganz preisgünstig, aber weil durchaus sinnvoll, sollte meine Guzzi so etwas auch haben! Ich liebe technische Verbesserungen!!! Das Umbauteil ist unten zu sehen, das Ergebnis darunter! (Den ebenfalls eingegossenen Namen des "Meisters" habe ich zur Schonung seiner Seele unkenntlich gemacht!).

Was war also passiert? Der "große Meister" hatte beim Ansaugtrakt der Ölpumpe auf ein Feinsieb verzichtet. Das führte dazu, dass, als mir ein Stückchen Ventilfeder (Materialmüdigkeit) abbrach, dieses direkt in die Ölpumpe gelangen konnte, sie blockierte und damit an der Arbeit hinderte und mir dann auf der Autobahn bei etwa 170 Km/h der Motor fest ging! Ich bin Gott sei Dank nicht auf die Fresse geflogen, aber der Rest hat ja dann auch gereicht. Alle auf dem Bild gezeigten Teile waren im Eimer; Kurbelwelle ausgeglüht, Ölpumpe zerbröselt, ERGAL-Stirnrad (Ölpumpenantrieb) zerbröselt, hinterer Lagerschild zerbrochen. Dass zur Reparatur natürlich der Motor ausgebaut werden musste und dazu das halbe Motorrad zerlegt, sei hier nur am Rande erwähnt! Es hat ein kleines Vermögen gekostet und auch der Umstand, dass er dann einen verbesserten Ansaugtrakt gebastelt hat, konnte nicht verhindern, dass diese Bekanntschaft ein jähes Ende fand! Natürlich bin ich auf allen Kosten sitzengeblieben!

Geneigter Leser mag jetzt die Frage stellen: "Warum bist du überhaupt noch auf ihn reingefallen?" Nun die Antwort ist ganz einfach: "Das Ergebnis der Einspeichaktion lag zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vor!" Ich dachte wirklich, der kann was!

Meine große Ölwanne (ja auch von ihm) ist bis heute übrigens undicht, sie ist wohl in einem Loseschüttungsverfahren hergestellt worden und dermaßen offenporig, dass sie beim besten Willen nicht dicht zu kriegen ist! Eine schöne Erinnerung an eine Zeit, die man am besten aus seinem Gedächtnis streicht!

Nach dem Ölwannenumbau; es gibt kleine, mittlere und kapitale Motorschäden! Dies ist ein kapitaler Motorschaden (habe ich ganz allein bezahlt!).

Ein Bild des Jammers!

Kipphebelwellen für Moto Guzzi-Motoren

Wenn man wie ich, in 22 Jahren etwa 245.000 Km mit seiner Guzzi gefahren ist, dann erlebt man Dinge die der herkömmliche Motorradfahrer, der alle 2 Jahre sein Mopped wechselt, nicht erlebt! So kann ich also auch Aussagen machen welcher Verschleiß normal erscheint und welcher nicht! 3 Kupplungen = normal; 2 Sätze Zylinder = normal; 1. Kreuzgelenk = eher nicht normal; 1. Getriebe (ohne Teiletausch) = eher nicht normal, etc. etc. . Wenn dann aber Nachfolgendes passiert, dann regt es mich zum Nachdenken an! Also, Motor klingt bei ca. 190.000 Km wie ein Diesel! Aha, der Ventiltrieb! Kipphebelwellen und Kipphebelbüchsen eingelaufen, haben Spiel ohne Ende, Ventile sind alle topp. Ich denke dieser Verschleiß geht in Ordnung. Also habe ich der Guzzi 4 neue Kipphebel und 4 neue Kipphebelwellen (von Stein-Dinse) spendiert! Alles wieder in Ordnung, weiter geht`s. 25.000 Km später, dasselbe Theater, wieder ist alles im Arsch. Leichte Nachdenklichkeit macht sich in mir breit, aber ok, es ist wie es ist, also alles wieder neu! Danach geht es schneller, es braucht nicht einmal 20.000 Km und alles ist wieder in Dutt (wie wir Norddeutschen sagen!). Bei genauer Betrachtung der Baugruppen stellt sich heraus, die Kipphebelwellen sind so stark eingelaufen, dass sie Absätze haben und das obwohl sie in Bronzebüchsen laufen. Der Wellenstahl (wahrscheinlich rundgelutschter Baustahl der übelsten Qualität!) ist weicher als die Bronzebüchsen! Das darf doch nicht sein. Bei den zuletzt gekauften Wellen kam eine schon total verrostet an! Ob es sich bei den Wellen vielleicht um billige Nachbauten aus Fernost handelt, frage ich mich! Ich bespreche mich mit meinen Bekannten. Mein Ergebnis ist, ich muss irgendwo "originale" Ersatzteile von Moto Guzzi kriegen! Aber welchem Händler kann man trauen? Ich finde sie im Internet! Wo auch sonst? Und jetzt kommt der Hammer! Legt man die Wellen von S-D neben die originalen Ersatzteile von Moto Guzzi, sieht man die Unterschiede deutlich. Es fängt mit dem Glanz der Oberfläche an, geht über die Bearbeitung der Wellenenden weiter und findet seinen Höhepunkt in dem Umstand, dass die Wellen von S-D auf ganzer Länge durchgebohrt sind. Die Originalen nicht, und das ist auch richtig so, denn nur so kann sich in der teilgebohrten Welle ein Ölrest sammeln und die Schmierung sicherstellen. Während bei den Wellen von S-D das Öl immer sauber abläuft (was ja insbesondere bei schräg nach unter eingebauten Wellen totsicher funktioniert!), keinerlei oder nur ein sehr schwacher Ölfilm nachbleibt, und so der dramatisch höhere Verschleiß eintritt! Man muss sich mal überlegen, wie oft sich so ein Kipphebel in der Minute bei mittlerer Drehzahl bewegt, und das permanent im Trockenen! Schöne Scheiße!

Ein Telefongespräch mit S-D am 22.01.2009 bestätigte meinen Verdacht, ja es sind Nachbauten, dass die so schlecht sind wundert auch S-D, man will sich mal darum kümmern ("mal" dann passiert wahrscheinlich nichts!). Meine Frage warum sie denn im Katalog nicht als Nachbauten kenntlich gemacht sind, wird mit der Antwort, dass es keine originalen Wellen mehr gibt, beantwortet. Und das stimmt eben nicht!

So, jetzt noch schnell zum wirtschaftlichen Aspekt, ein Kipphebel kostet 107 Euro, die Guzzi hat vier davon, den Gesamtpreis dazu errechnet sich bitte jeder selbst. Vergesst dabei bitte nicht, dass ich gerade den 3. Satz Kipphebelwellen eingebaut habe, die Kipphebel bekamen nur neue Büchsen. Je eine dieser Nachbauwellen schlägt mit 18 Euro (auch mal vier) zu Buche. Nun noch reichlich Arbeit dazu (wohl dem der das selber machen kann) dann macht alles ein stimmiges Bild! Ich könnte kotzen!

So sieht eine originale Moto Guzzi Kipphebelwelle aus! Und nur so!

So eine Nachbauwelle von S-D nach etwa 20.000 Km!

Und so ein Neuteil wie es eben auch zum Versand kommt (Das ist kein Scherz!) Man beachte auch die liebevoll rund geknabberten Wellenenden!

Ich glaube an dieser Stelle müsste auch einer Hausfrau und Mutter von drei Kindern klar geworden sein, wo die kleinen Unterschiede liegen, oder etwa nicht?

XS-Motoren mit Laufkultur (kein Widerspruch!)

Es ist ja mal so, der Motor der XS 650 ist ein wunderschönes Triebwerk. Wie ich finde grundsolide und für die damalige Zeit einfach ein Traum! Er hat es mir ganz besonders angetan. Aber irgendwann, und das liegt nun einmal in der Natur der Dinge, muss so ein Motor überholt werden. Wenn dann, wie bei meinem dicken Triebwerk auch noch eine Hubraumerweiterung dazu kommt, dann braucht man Spezialisten, da reicht das eigene Schraubervermögen einfach nicht mehr aus! Wohl dem, der so einen Spezialisten im erreichbaren Nahbereich hat! Ich gehöre dazu! Meine Komponenten bezog ich über Herrn Clären in Kommern. Er hat mein Motorgehäuse aufgespindelt, Suzuki-Kolben angepasst und vom VW POLO die Ölabstreifringe eingebaut. Er hat auch meine Kurbelwelle verschweißt (die dicken Kolben drücken sie gern auseinander) und diese dann in meinem Beisein feingewuchtet. Leute, das muss man gesehen haben, sonst glaubt man es nicht! Auf die Messeinrichtung gelegt, die Uhren eingestellt, die Welle ein paar Mal gedreht, und dann gab es freihändig mit einem dicken Gummihammer was auf die Kurbelwangen. Noch einmal kontrolliert, noch einen mit dem Gummihammer und 10 Minuten später stand fest, 2 hundertstel Millimeter Spiel an den Kurbelwellenenden! Genial, Werkstoleranz sind nach meinem Kenntnisstand 7 hundertstel Millimeter! Das ist für mich ein echter Könner! Übrigens, entsprechend ruhig läuft der Motor auch!

Es gibt aber noch einen weiteren Spezialisten den ich hier nicht vergessen möchte, denn auch sein Einsatz um die Laufkultur des XS-Trieblings hat mich mehr als überzeugt! Sven Sander! Er entwickelte für diesen Motor einen Doppelnocken für die Zündung. Ein Kontakt fällt weg (oder aber wird als Reserve belassen), eine Doppelzündspule dazu und schon läuft der XS-Motor mit ca. 800 U/Min, im Stand und ansonsten seidenweich! Das lästige Synchronisieren der Zündkontakte und damit des Zündzeitpunktes entfällt. Beide Kerzen zünden immer gleichzeitig, die eine halt in den Leertakt des Motors, na und? So etwas kann echt überzeugen, weil es zumeist mit den Komponenten der Erstausrüster so nicht hinzukriegen ist! Klasse! Und, da steckt wirklich Gehirnschmalz dahinter!

Wie ich heute leider erfahren musste, ist Sven Sander im Juli 2009 bei einem Verkehrsunfall mit seiner geliebten XS ums Leben gekommen! Er wurde nur 44 Jahre alt.

Reparatur von (alten) Koni-Stoßdämpfern

So viel vorab, es ist kein Hexenwerk und kann von jedem halbwegs handwerklich geschickten Menschen nachvollzogen werden!*))) Und, es schont den Geldbeutel enorm!

So sehen sie doch die Konis aus, die zu meistens nach 20 oder mehr Jahren das erste Mal zerlegt werden müssen. Und es ist auch immer das Gleiche, irgendjemand hat es davor schon mal versucht. Die Spezialschlüsselaufnahmen sind schlicht und einfach vermurkst und / oder man hat keinen passenden Schlüssel. Aber aufgeschraubt werden müssen sie trotzdem.

Ich helfe mir dadurch, dass ich mir jeweils eine M14-Mutter mit 24-er Schlüsselweite aufschweißen lasse. Das klappt in 95% aller Fälle hervorragend und kann später auch so bleiben, zumindest wenn man die Mutter in der flachen Ausführung gewählt hat (das Bild zeigt zu Anschauungszwecken allerdings eine Mutter in hoher Ausführung). Das Öffnen der Dämpfer ist jetzt ein Kinderspiel! Alle anderen semiprofessionellen Lösungen halte ich für eher ungeeignet. Es geht zu viel kaputt dabei und die Dämpfer zumeist doch nicht auf!

Noch besser geht es allerdings, wenn man das Dämpergehäuse von außen erwärmt, dann auf die Verschlussschraube Eisspray sprüht (das knackt richtig!) und die Schraube dann vorsichtig mit einem kleinen Körner auftreibt!

Das Verfahren ist Geschmackssache, funktionieren tun beide!

Die Ersatzteile gibt es für die alte "76-er-Serie" alle (z. B. bei der Firma KIMPHI in Aachen, die sind sehr nett und hilfsbereit. Notfalls kann man dort auch seine Dämpfer überholen lassen). Sie sind erschwinglich und das passende Öl dazu gibt es auch. Etwa 75 ccm pro Dämpfer. Das schont den Geldbeutel enorm ist dann auch gleich die Lösung für die nächsten 20 Jahre.

Zur Demontage der Dämpferfedern nutze ich ein Hebelwerk (siehe unten), dass ich mir bei EBay gekauft habe und das ganz vorzüglich funktioniert. Davor habe ich es immer in meinem Schraubstock mit einem Spanngurt und einem alten Scherenwagenheber gemacht (kriegt man bei jeder Autoverwertung oder auf dem Schrottplatz quasi geschenkt!). Es klappt gut, man sollte es aber in jedem Fall zu zweit machen. Die Kraft auch alter Konifedern ist enorm und keiner klemmt sich gerne die Finger!*))

Die Pfeile zeigen die zu ersetzenden Teile, frisches Dämpferöl gehört natürlich auch dazu!

Die unterschiedlichen Verschlussschrauben. Links die alte Form mit dazugehörendem Dichtring (beides gibt es nicht mehr oder es muss in Australien!!! bestellt werden). Rechts die neue Form, etwas flacher (eine zusätzliche Unterlegscheibe kann die Höhendifferenz ausgleichen). Die kann problemlos benutzt werden.

Im direkten Vergleich.
dto

Es folgen ein paar Bilder die die Reihenfolge der Teile zeigen, falls sie mal durcheinander fallen. Soll ja in den besten Familien vorkommen!*)))

Ansonsten gelten alle Regeln des "normalen" Schraubens. Teile in der richtigen Reihenfolge ablegen, ggf. mal mit der Digi-Cam ein Bild machen (wie oben gezeigt!), später alles wieder zusammenbauen wie es war, und keine Gewaltaktionen!

Es gibt immer etwas zu transportieren

Und weil das so ist, habe ich mir endlich einen eigenen Anhänger zugelegt! Diesen gleich noch ein bisschen verbessert, mit geschlossener Ladefläche ist er jetzt Ein-Mann-verladefähig. Damit bin ich nun endlich auch in diesem Bereich autark! Nie mehr fragen oder betteln, keine Enttäuschungen mehr!

Jetzt fehlt nur noch eine abnehmbare Anhängerkupplung an meinem Cabrio und dann kann es richtig losgehen!*)))

"Alte Schrauber" brauchen auch mal eine Phase der Erholung, Entspannung oder müssen einfach nur mal über neue Projekte nachdenken!

Dennoch, das Ende dieser Seite steht schon fest, denn wenn ich mal die Schnauze so richtig voll habe von all der Schrauberei, dann setzte ich mich in meinen kleinen, offenen Flitzer und sause "topless" durch die Eifel (auch bei Minusgraden!)! Das erfrischt die Seele und das Gemüt!*)))

Seit Neuestem mache ich das mit meinem Crossfire!*))) Eine geile Karre!

Wenn man einem Freund, der nebenbei die Hilfsbereitschaft in Person ist, mal einen Gefallen tun kann, dann ist das toll! In diesem Kontext stehen die nächsten drei kleinen Arbeiten.

Mein Freund Gerd brauchte eine neue Sitzbank für sein XS-400-Gespann. Die Grundplatten hatte er angeliefert. Belegt wurden sie mit 20 mm starkem Moosgummi. Nicht sehr komfortabel, aber auch so ausdrücklich gewünscht! XS-400-Gespannfahrer sind eben keine Weicheier!*)))

Zugerechtgeschnitten und mit einer Flex in Form gebracht. Das geht super. Danach noch etwas Schleifarbeit mit 80-er Schmirgelleinen, fertig!

Der Bezug ist gelbbraunes Wildleder. Nicht sehr praktisch aber so gewünscht!*)))

Fertig!

Dann ist da noch das kaputte Sitzpolster seiner XS 400 Cup/Z. Auf dem Bild sind die Ausbruchstellen schon verfüllt und das Ganze zum Austrocknen fixiert.

Schwarzes Ziegennappaveloursleder eignet sich nicht nur für Corsagen die man (also Frau) auf nackter Haut trägt (habe ich auch schon genäht) sondern auch als Bezug für eben diese Sitzpolster. Es ist herrlich weich und lässt sich toll verarbeiten. Es ist sehr strapazierfähig!

Der Arbeitsplatz auf dem Wohnzimmertisch!

Dann wird das Leder in mehreren Schritten flächig aufgeklebt!

Der Überstand wird auf der Rückseite des Polsters sauber verklebt und beschnitten, und dann ist es irgendwann fertig!*)))

Das Ergebnis spricht für sich!*)))

Tja, und dann war da noch die selbst aus VA-Rohr angefertigte Krümmeranlage (mit TÜV-Segen!) für das XS-400-Gespann, die aber optisch nicht wirklich was hermachte.

Nun, das kann man (ich) ändern. Da waren dann zwei Stunden "Gartenarbeit" angesagt!

Das Ergebnis spricht für sich!*)))

Für den selben "Schwerenöter" habe ich dann heute noch 2 Ansaugstutzen Marke "Eigenbau" poliert!

Vorher

Nachher

Das sieht doch nett aus!

Und hier noch die Sitzpolster für Gerds XS-400-Gespann. Ton in Ton mit der Sitzbank!

Franks XS 400 Lichtmaschine

Es ist ja mal so, unsere kleinen XS-sen sind mittlerweile so um die 40 Jahre alt. In diesem Alter zeigt sich der nachfolgend erfolgreich behobene Mangel immer häufiger, die Lichtmaschinen werden ölundicht, die Wenigsten verrauchen elektrisch. Das macht, insbesondere wenn das Öl schön warm, mächtige Pfützen unter dem Moped. Schuld daran ist das kleine Gummiteil der Kabeldurchführungen. Es härtet aus. Als Neuteil gibt es das aber nicht mehr! Was also tun?

Eine schon mehrfach erfolgreich durchgeführte Aktion ist die Verwendung dickerer Kabel, die dann die kleinen Durchführungen wieder satt ausfüllen und sie so auch abdichten! In 90 % aller Fälle hilft das.

Mein Problem dabei war nur, dass ich alles Elektrische hasse und so etwas noch nie gemacht habe.

Also habe ich mich mit einem Freund verabredet, der das dann mit mir gemeinsam gemacht hat. Ist kein Hexenwerk, wie ich jetzt weiß. Man muss nur sorgsam zur Sache gehen. Die für neue Kabel etc. entstandenen Kosten sind mit 21,40 Euro sehr überschaubar!

Auch das gehört zum (Service-) Programm. Polieren von Motordeckeln. Hier der rechte Motordeckel einer XS 400 mit Schauglas! Für unsere Forums-Mutti! Da macht man das ja gern!

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