Schaltung und Getriebe werden überholt

Es ist soweit. Nach 35 Jahre der erste Getriebeschaden. Es lässt sich nicht mehr vom 3. in den 2. Gang runterschalten. Statisch, also auf der Hebebühne, geht es, im Fahrbetrieb immer häufiger leider nicht zuverlässig. Immer öfter steht man dann im dritten Gang an der Ampel und kommt nicht mehr weg. Das geht gar nicht.

 

Nachdem ich erst letztes Jahr den Motor 4 (vier) Mal aus- und eingebaut habe, bis er endlich wieder dicht war, war mein erster Gedanke: Jetzt wird sie verkauft!

 

Also habe ich sie spontan bei Mobile.de eingestellt, und ruck zuck war auch ein Käufer gefunden. Aber dann habe ich es einfach nicht über das Herz gebracht sie zu verkaufen.

 

Mensch ich war 34 als ich sie gekauft habe, sie hat mich mein halbes Leben begleitet. Ich war zwischenzeitlich drei Mal verheiratet, die Frauen kamen und gingen, die Guzzi blieb!

 

Und so bleibt es jetzt auch, wird sie eben irgendwann Erbmasse!

Als erstes werden mal die Hebeleien der KVT-Fußrastenanlage überholt. Da ist die Menge der freien Spiele gegen unendlich gehend. Na ja, eben auch 35 Jahre alt.

 

Es ist ohnehin ein seht ungewöhnliches Konstrukt. Komplizierter geht es wohl kaum.

Der Bolzen ist eingelaufen. Der schlackert in der Hülse wie ein Lämmerschwanz.

Die Hülse ausgenudelt! Wird durch eine aus Rotguss ersetzt.

Ein komisches Teil.

Kugel- und Gelenköpfe habe ich schon mal erneuert. Das war auch alles hinüber. Spiel ohne Ende.

Obwohl ich You Tube  überhaupt nicht mag (Forum für Verschwörungstheoretiker!) habe ich dort zwei wirklich excellente Filme zum Zerlegen und Zusammenbauen meines Getriebes gefunden. Die haben mir schon einigen Respekt abgenötigt! U. a. wird in den Filmen erläutert wie geneigter Schrauber sich das Leben mit der Selbsterstellung von Hilfswerkzeugen leichter machen kann. Genau mein Ding!

Als Haltewerkzeug für die Getriebeneingangswelle braucht man z. B. eine verschlissene Kupplungsscheibe.

Und für das spätere Haltewerkzeug der Getriebeausgangswelle hilft ein zerschossenes Kreuzgelenk!

Gut wenn wenn man einen Guzzi-Gespannfahrer im Freundeskreis hat. Bei denen fallen diese Teile schon mal häufiger an! So war es denn auch.

Der Rest war noch ein bisschen Arbeit, egal, danach hatte ich zwei wunderbar funktionierende Werkzeuge, die mir das Leben erheblich erleichtern werden!

Fertig, mit Rotgussbuchse und Schmiernippel. Gerd meinte es wieder besonders gut mit mir!

Wie neu, oder besser?

Zur Zerlegung des Getriebes musste ich noch einen weiteren Spezialschlüssel anfertigen. Mit ihm wird die Schraube der Gebtriebeausgangswelle gelöst oder angezogen.

Auch diese Schraube (Getriebeeingang) benötigt ein Spezialwerkzeug, dass ich allerdings kaufen musste. 16 Euro! Also Spezialwerkzeug von Moto Guzzi, 50 Euro! Die Schraube muss aber ein wenig überarbeitet werden!

Und so sehen dann die angefertigten Werkzeuge und Hilfsmittel im Einsatz aus. Sie funktionieren prächtig!

Alle demontierten Teile werden sorgfältig und in der richtigen Reihenfolge abgelegt. Das erspart später langes Nachdenken.

Und so sieht also das offene Getriebe aus!

4 Zahnräder, eine Schiebemuffe und eine Schaltgabel sind sehr stark verschlissen und müssen ersetzt werden! Dazu kommt dann noch ein kompletter Lagersatz. Der Rest ist wirklich in einem sehr guten Zustand. Ich versuche das mit guten Gebrauchtteilen zu machen, denn sonst wird es extrem teuer! (Das kam dann doch ganz anders).

Eine neue Getriebedeckeldichtung musste auch noch her!

Nachdem beim heutigen Zerlegen, gemeinsam mit einem Profi, klar wurde, dass die Kosten exorbitant hoch werden (Guzzi hat schon stolze Preise!) habe ich kurzentschlossen ein komplettes Getriebe gekauft und damit die zu erwartenden Kosten mindestens halbiert.

 

Es stammt aus einer V11-Unfallmaschine und soll erst 33.000 Km gelaufen sein.

 

Der Verkäufer machte einen sehr seriösen Eindruch und ich habe keinerlei Grund an seinen Angaben zu zweifeln!

Was mir nicht so gut gefällt, ist dass das Gehäuse lackiert ist. Nun gut, damit werde ich wohl leben müssen.

Nun wo der Motor schon mal draußen ist, kriegt er auch noch eine neue Kupplung. Das ist jetzt ein Abwasch!

Die Kupplungsbelege sind bei dieser Version zusätzlich vernietet.

Endlich dicht. Der Kurbelwellendichtring! Ich bin begeistert!

Dafür gibt es zwei neue kleine Undichtigkeiten!

Ein Deckelchen für das hintere Nockenwellenlager hatte ich noch in meinem Fundus! Kupferdichtungen habe ich auch reichlich.

Um absolut auf Nummer Sicher zu gehen habe ich ihn noch mit Flüssigmetall verstrichen. Nicht hübsch (sieht eh keiner), aber dafür dicht!

Die neue Kupplung ist da!

Also Kupplung einbauen und ab geht es!

Weil man ja dazu lernt, habe ich den Motor auf der Hebebühne ordentlich verspannt!

Meine überarbeitete Schaltung, jetzt wirklich nahezu spielfrei. Das macht Spaß!

Nach 3 1/2 Stunden war die Guzzi dann wieder zusammen!*))) Gesamtkosten knapp 800 Euro. Das ist überschaubar!

ENDE

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