Meine erste Yamaha XS 650

Es ist nicht immer einfach eine gute Restaurationsbasis zu finden, man sollte aber immer darauf achten, dass sie möglichst komplett ist. Das hat dann den Vorteil, dass man selber entscheiden kann, wann man welches Teil ersetzt!

Vieles kann man aufarbeiten, manches muss aber einfach neu! Nur man muss sich schon zu Beginn solch einer Aktion klar machen, dass folgende, ich will sie mal Fixkosten nennen, sicher zusätzlich zum Kaufpreis zum Tragen kommen. Ein Satz Reifen 200 Euro (mit Schläuchen und Montage, 50 Euro mehr), ein Kettenkit ca. 150 Euro, ein Wartungskit (Ölfilter, Öl, ggf. Luftfilter mindestens 50 Euro, wahrscheinlich mehr). Eine Batterie ca. 40 Euro (Gel-Batterien deutlich mehr). Ein kompletter Motordichtsatz mit Simmeringen ca. 85 Euro. Gabelsimmeringen plus Gabelöl ca. 20 Euro und, ich will es auch nicht zu schlimm machen, ggf. noch neue Lenkkopflager für ca. 35 Euro. Das sind an dieser Stelle schon mal eben 630 Euro, jetzt ist aber noch nichts sandgestrahlt, gepulvert, der Motor noch nicht revidiert und / oder die Räder neu eingespeicht. Vom Lacksatz (der event. neu lackiert werden muss) haben wir auch noch nicht gesprochen!*((( Es ist auch noch kein einziges Teil ausgetauscht. Denke ich an die Preise, die heute für eine brauchbare, gebrauchte Auspuffanlage einer XS aufgerufen werden, dann wird mir schlecht! Ich gehe übrigens die ganze Zeit davon aus, dass keinerlei Fremdarbeiten (zu bezahlende) dazu kommen. Ach, vielleicht noch den, neue Zylinder mit Kolben und Ventile einschleifen bedeuten bei der XS ca. 800 Euro.

Ich denke an dieser Stelle wird klar, warum gerade viele ältere Motorräder bei EBay als "Schlachtfest" auftauchen, wenn eine große Inspektion fällig wird! Das sind dann wirtschaftliche Totalschäden.

Ein Rad mit Edelstahlspeichen einspeichen kostet etwa 150 Euro (mal zwei), eine Motorrevision (je nach Umfang der Arbeiten) so etwa 1000 Euro plus, eine Kupplung (nur die Beläge) 80 Euro, mit Stahlscheiben das Doppelte, dann noch die liebenswerten Extras: große Ölpumpe, außenliegender Ölfilter, mehr Hubraum, Flachschiebervergaser etc. etc.. Erspart mir das alles mit Preisen zu hinterlegen, das kostet ein mittleres Vermögen. Bei meiner Tobi Spezial bin ich auf 11.000 Euro gekommen. Und was habe ich dafür? Ein 37 Jahre altes Motorrad. Was kriege ich dafür wenn ich sie verkaufe? Etwa 2500 Euro!*((( Sicherlich gibt es weltweit einen (1) Menschen der deutlich mehr ausgeben würde, aber die Masse (99,99 %) tut es eben nicht! Man kann so etwas also nur für sich selber machen, ohne den Anspruch zu haben, irgendwann das Geld (am liebsten mehr) wiederzukriegen.

Die Basis, XS 650 Europa, Bj. 1978; komplett, nicht fahrfähig! 1450 DM.

Alles ist irgendwie angegammelt ...

Von mir frisch polierte Felgen und Radnaben. So konnte es zum Einspeichen gehen.

Das Ergebnis war großartig! (300 Euro)
Halali, die XS ist tot! (Nicht wirklich, nur zerlegt!)

Die Endschalldämpfer habe ich im Wohnzimmer überarbeitet. Sie sahen zwar schrecklich aus (weil fürchterlich dreckig), waren aber wirklich erstklassig! Unbezahlbar!

Alles war gestrahlt und ist jetzt pulverbeschichtet. Schwarz, Hochglanz.

Die Restauration eines Sitzbankunterteils birgt immer auch die Chance alte Lackdosen zu entleeren! Es ist doch wirklich egal, welche Farbe unter dem Schaumstoff schlummert,

wenn sie dann später so aussieht.

Der Motor wurde intensiv gereinigt, der Zylinder mit Kopf glasperlengestrahlt.

So ist er also wieder einsatzbereit.
Der Lacksatz hatte auch schon bessere Zeiten gesehen.
Lackieren, incl. neuer Dekore, so ungefähr 600 Euro!
So sehen geile Räder aus.
Das XS-typische Schmetterlingsrücklicht!

Die Krümmer sind nicht original, dafür aber aus Edelstahl! Daher sind sie auch so goldgelb angelaufen. Die alten Krümmer waren einfach nur vergammelt.

Fertig und einfach nur schön! Nicht original sind die Stahlflexbremsleitungen sowie die Konis.

Hier mal mit Guiliari-Sitzbank. Für eine Person zu lang, für zwei Personen zu kurz! Aber schön!

Die Restaurationskosten für dieses Motorrad betrugen 8313 DM, der Verkauf brachte 2400 Euro (und das sind nicht etwa 4800 DM!) !*)))

Meine zweite Yamaha XS 650

Vorab eine Entschuldigung. Die mir verfügbaren Bilder vom Aufbau dieses, wie ich meine, wunderschönen Motorrades, sind mit Masse so grottenschlecht, dass ich sie hier einfach nicht einstellen mag. Ich hatte diese XS als unvollendeten Torso von einer Hebebühne herunter gekauft. Dort stand sie schon seit 12 Jahren. Da so ein langer Zeitraum aber an den ehemals fertigen Komponenten nicht spurlos vorbei gegangen war, gab es nur die Lösung: Noch einmal komplett auseinander. Das habe ich dann auch gemacht und zeige das Ergebnis auf den nächsten Bildern!

Der Motor mit Blick auf das offene Rahmendreieck. Darin platziert ein angefertigter Kasten (VA) für die sehr kleine Batterie, denn sie hat ja keinen E-Starter. Der war Rationalisierungsgedanken zum Opfer gefallen. Hier auch noch mit 650 ccm, die Erweiterung des Motors auf 850 ccm fand später statt. Die gesamte Fahrzeugelektrik befand sich auf der Platte die unterhalb des Sitzes zu sehen ist. Dort leuchtet auch die rote Boyer-Zündbox.

Sehr gut gefallen haben mir die schwarzen Felgen. Der BSM-Auspuff ist m. E. die einzige Alternative zum Original. Er passt einfach prima zum Stil des Moppeds. Armaturen sind nicht zu sehen, da sie nur einen winzigen Tacho aus dem Zubehör hatte. Einen Drehzahlmesser braucht eine XS nicht, da die Vibrationen vorher so unangenehm werden, dass man freiwillig den Gashahn etwas schließt!*)))

Das Rücklicht ist von einem Trecker!

Der orange Tank war der einzige Farbklecks an dem Motorrad und von mir vorsätzlich so gewählt. Er leuchtete in der Sonne einfach wunderbar!

Der Sitzkomfort dieses kleinen Schwingsattels war klasse. Man saß auf der XS richtig "Royal" oder wie auf den alten Stehermaschinen, die man aus dem Bahnradsport kennt. Oder für die, die an dieser Stelle mit ihrer Vorstellungskraft überfordert sind, es war wie auf dem Klo!*)))

Den kleinen Gepäckträger hat mir mein Freund Paul aus Edelstrahl geschweißt, ein Unikat. Die kleine Rollentasche für das Bordwerkzeug habe ich mir selbst genäht.

Auf den nächsten beiden Bildern hat sie dann 850 ccm, Eingeweihte sehen es an dem zusätzlich angebrachten Ölkühler vor dem Motor. Der war auch echt notwendig!

In einem Anflug von Wahnsinn, oder etwas anderem nicht Ansteckendem, habe ich sie gemeinsam mit der anderen XS und der gleich folgenden XT verkauft. So bin ich, manchmal überkommt es mich eben einfach. Heute weiß ich, dass ich das nicht hätte machen dürfen. Es war eines meiner schönsten Motorräder, einzigartig und eine "Rüttelplatte" durch und durch! Nun ist es nicht mehr zu ändern.

Über den Verkauf hinaus habe ich noch etwas gelernt. Hänge nie dein Herz an ein Fahrzeug. Denn wenn es erst verkauft ist, kann der neue Besitzer damit machen was er will. Er hat es gemacht und ich habe selten in meinem Leben so geweint!...

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