Der Aufbau meiner YAMAHA XS 650
(ein Custombike)

"ToBi Spezial"


Eigentlich wollte ich dieses Motorrad gar nicht, aber wen interessiert das schon!?

Den Aufbau dieses wunderschönen Motors habe ich hier mit reingenommen, obwohl er ja schon in meiner einsitzigen XS gelaufen war. Als ich diese aber verkaufte, war der Käufer nicht bereit auch nur andeutungsweise die Kosten für dieses Aggregat zu würdigen und bekam daher einen Standardmotor eingebaut! Der Aufbau des Motors hatte mich mal ca. 5500,00 DM gekostet!

Doch nun von vorne. Also ich wollte einen Motor mit ein bisschen mehr Bumms! Zunächst beschaffte ich mir ein flammneues Motorgehäuse, jungfräulich ohne Nummer. Dieses wurde in der Folge aufgespindelt damit die etwas größeren Zylinder hineinpassen. Verbaut wurden Suzuki-Kolben mit VW-Polo-Kolbenringen. Die Zylinder aufgefräst und neue, große Laufbuchsen eingezogen. Die Kurbelwelle wurde feingewuchtet und verschweißt, damit sie dem Druck des Hubraumplus standhält. Eingebaut wurde eine große Ölpumpe, ein außenliegender Ölfilter, anstelle des Anlassers, eine Nockenwelle mit deutlich längeren Öffnungszeiten, damit die Zylinder auch ordentlich mit zündfähigem Gasgemisch befüllt werden können. Der Zylinderkopf wurde bearbeitet, die Ventilsitze neu gefräst, die Ventile eingeschliffen. Dazu kam ein kompletter neuer Dichtungssatz inklusive aller O-Ringe und Simmeringe. Der rechte große Motordeckel bekam einen Anschluss für einen Ölkühler, der Ölsumpffilter wurde entfernt, eine passende Platte mit Anschluss für die Ölfilterzuleitung montiert. Dann wurde alles penibel zusammengebaut!

Verbaut wurden zwei nagelneue 34-er Dell Orto-Vergaser mit Beschleunigerpumpen und Chokeanschlüssen. Die Vergaserflansche sind Dreh- und Frästeile, die als Einzelanfertigung für mich hergestellt wurden. Sie haben zur besseren Wärmeisolierung innen Teflonbuchsen. Die hier noch abgebildeten Billigtrichter wurden später durch sieblose, aus dem Vollen gefräste Ansaugtrichter ersetzt! Die Motorentlüftung habe ich durch eine Eigenkonstruktion in die Trichter eingeleitet. Funktioniert prächtig ist aber hier mit Bildern nicht dargestellt! (Hier sieht man noch die Alles-kleckert-auf-die-Straße-Version!)

Weil als Einsitzer geplant, musste der Rahmen, der von einer XS 650B/TX650, Bj. 1975 stammt, ordentlich Federn lassen! Da bin ich auch nicht kleinlich. Nichts wird später mal zurückgebaut, zumindest nicht mit diesem Rahmen!

Die Lenkeramatur links stammt von einer Kawasaki GPZ 550. Ihr Vorteil ist der vorhandene Anschluss für einen Drehchoke! Als Bremsamatur habe ich eine 16-er Brembo-Bremspumpe mit separatem Flüssigkeitsbehälter von ABM (Alu, schwarz beschichtet) verbaut. In Verbindung mit den zwei 300 mm Bremsscheiben ergibt das eine ordentliche Bremsleistung.

Die Hinterradnabe stammt aus einer Yamaha RD 250, Bj. 1973 und hat im Gegensatz zur Originalnabe Ruckdämpfer. Die ganze Geschichte dazu könnt ihr vorn bei meinen Veröffentlichungen lesen.

Die Vorderradgabel stammt aus einer XS 650 SE. (Augendisziplin, meine Herren! Es geht um die Gabel, nicht um ganze Fahrwerke!) Sie ist in drei Stufen einstellbar und hat die Aufnahmen für die großen 300 mm-Bremsscheiben. Standard sind 267 mm. In mühsamster Kleinarbeit habe ich alle Gussnähte an den Gabelbrücken oben und unten weggefeilt und nachgearbeitet. Ein Scheißjob!

Hier ziert die frisch polierte Gabel noch ein TELEFIX-Lenkerstummel. Dieser wurde auf Anraten meines TÜV-Prüfers (weil als nicht sehr sicher eingestuft) durch einen Superbikelenker ersetzt! Nach seiner Aussage kommt es häufiger zu Brüchen der Klemmung (vermutlich durch zu viel Drehmoment bei der Montage!). Die Messingeinsätze für die Kontrollbirnchen hat mir ein Freund gedreht. Sie stecken in den alten Aufnahmen für den Lenker und der Amaturenhalterung. Die Faltenbälge schonen die Gabelstandrohre immens! Ja, ja, und frisches Gabelöl, neue Simmeringe etc. sind selbstverständlich!

Die Konis hatten auch schon mal bessere Zeiten gesehen, aber zum Wegschmeißen sind sie selbst in diesem Zustand zu schade. Sie wurden komplett von mir überholt, die Federn gestrahlt und beschichtet. Neue O-Ringe, neue Simmeringe frisches Dämpferöl. Fertig!

Der verbaute Gabelstabilisator stammt von der Firma FORGED.

Die Vorder- und Hinterradfelgen wurden gereinigt und frisch poliert. Später wurden in die aufgearbeiteten Naben schicke, sehr dicke Edelstahlspeichen mit ebensolchen Nippeln eingespeicht. Ein Augenschmaus! Und eine Lösung für die Ewigkeit.

Eine Guiliari-Sitzbank darf man auch in diesem Zustand nie wegschmeißen! Es lohnt immer sie wieder aufzuarbeiten. Meine hat heute einen von mir genähten Lederbezug und erfüllt sehr brav ihren Zweck. Gelegentlich mal etwas Lederfett drauf und das war es.

An diesem wunderschönen Scheinwerfer komme ich einfach nicht vorbei. Yamaha SR 500, Typ 2J4. Ein Muss an meinen Motorrädern. Hier noch mit Rohlingen als Halter, die stammten von meiner Guzzi.Mittlerweile sind da welche von Tommaselli dran.

Die Bremssättel sind einfach nur glasperlengestrahlt und so belassen. Mir gefällt das sehr gut.

Passend zu den Dell Ortos gibt es einen Tommaselli-Gasgriff für zwei Züge.

Die Auspuffanlage ist eine von MOTAD, 2in1. Old Stock, 20 Jahre alt und ladenneu! Norton-Spitztüten habe ich mich nicht getraut! Ich wollte ja nicht ins Gefängnis!*))) Der Kaufpreis: 120 Euro.

Die alten Kotflügel wurden liebevoll saniert, hinten habe ich die kurze US-Version montiert.

Also an den Trägern für die Fußrasten habe ich wohl an die 10 Stunden herumgefeilt und auch dort alle Nähte (und die sind vielleicht hässlich) entfernt, beigeschliffen und sie dann später beschichten lassen.Sind nicht wiederzuerkennen die Dinger!

Meine gesamte Fahrzeugelektrik habe ich in dieser Edelstahlbox, die unter der Sitzbank einfach in den Rahmen eingehängt ist, platziert. Sie wurde nach meinen Vorgaben für mich geschweißt.

Der Kupplungskorb, der natürlich schon Gebrauchsspuren hatte, wurde von mir überarbeitet und mit verstärkten Federn versehen, weil die gerne schon mal brechen.

Die Doppelzündspule (BMW R45) ist in Verbindung mit meiner Doppel-Nockenzündung einfach ein Gedicht. Der Motor läuft im Standgas unter 1000 U/min, traumhaft.

Die Verbindungsleitung zwischen außenliegendem Ölfilter und der neuen Bodenplatte zum nicht mehr vorhandenen Sumpffilter.

Der digitale Tacho ist von der Firma Shinjo. Funktioniert super. Mit blauer Beleuchtung!

Das neue Tankdekor habe ich selber entworfen, es wurde dann vom Lackierer als Airbrush noch ein wenig verfeinert!

Das Rücklicht ist aus dem Zubehör. Die Blinker von Kellermann.

Zwischenzeitlich war auch die Elektrik fertig geworden. Der gesamte Kabelbaum ist ein Eigenbau!

Weil mir der Motor mit all seinen polierten Deckeln zu blank geworden war (sah nuttig aus), habe ich mir noch einen zweiten, kompletten Satz Motordeckel besorgt und diese schwarz beschichten lassen. Das gefällt mir deutlich besser.

Und weil ich das Ausprobieren nicht lassen kann, habe ich mir noch einen Satz Ventildeckel besorgt und diese orange beschichten lassen. Das hätte super aussehen können, leider stimmt der Farbton nicht! Sie sind zu hell geworden!

Ja, und so sieht sie dann fertig aus, zumindest damals!

Die Auspuffführung war mir dann doch etwas zu modern. Passte nicht wirklich zu diesem Klassiker. Also musste mein Freund Paul herhalten und mir die Winkelstücke in den Krümmern von 45° auf 20° ändern / umschweißen. Das sieht jetzt wesentlich moderater aus. So kann es bleiben. Danke Paul!

Und wenn man dann schon dabei ist Bewährtes zu erhalten und andere Dinge, die vielleicht noch nicht so toll sind zu ändern, habe ich das zum Anlass genommen den ganzen Elektronikscheiß rund um meine Lichtmaschine wieder rauszuschmeißen! Das hat nie funktioniert und hat mich mehr als zwei Jahre Fahrspaß gekostet. Das geht doch nicht!

Kosten: deutlich über 11.000 Euro (irgendwann habe ich zur Schonung meiner Seele aufgehört weiter alles zusammenzurechnen!).

Zeitaufwand: mehr als 300 Stunden

Und jetzt noch mal einen Satz an all Diejenigen, die glauben einen tollen Oldie zu haben ginge mit dem Kleingeld aus der Portokasse. Das geht es verbindlich nicht und meine eigene Arbeit ist hier mit über 300 Stunden finanziell noch gar nicht berücksichtigt!

Für rund 11000 Euro bekommt man heute 3 gute Yamaha XJR 1300 SP mit jeweils Laufleistungen um die 20.000 Km. Und was habe ich? Einen 37 Jahre alten Eisenhaufen, der noch dazu neigt immer mal kaputtzugehen oder rumzuzicken! Aber, ich habe es so gewollt! Mir war es das wert! Ich klage nicht! (Aber noch einmal machen würde ich es auch nicht!)

Umbaumaßnahmen

  • 849 ccm (aufgespindeltes Motorgehäuse, verschweißte Zylinder, Suzuki-Kolben, feingewuchtete und verschweißte Kurbelwelle)
  • Sportnockenwelle
  • große Ölpumpe
  • einteilige Kupplungsdruckstange
  • außenliegender Ölfilter
  • Ölkühler
  • Doppelnockenzündung
  • Doppelzündspule (BMW R45)
  • Dell Orto Vergaser mit Beschleunigerpumpen und offenen Ansaugtrichtern, Ansaugstutzen (Einzelanfertigung, Alu mit Teflon-Buchsen)
  • verstärkte VA-Speichen vorne und hinten
  • SE-Gabel mit Doppelbremsscheiben 300 mm und Stahlflexleitungen
  • Gabelstabi
  • Handbremspumpe BREMBO PS 16
  • Bremsflüssigkeitsbehälter ABM
  • Kupplungsamatur Kawasaki GPz 550
  • Superbikelenker HiQ
  • Gasgriff TOMMASELLI
  • digitaler Tacho HiQ
  • Lenkerendenblinker Kellermann
  • Scheinwerfer SR 500 Typ 2J4
  • Hinterradnabe RD 250 mit Ruckdämpfern
  • Distanzstücke Bremstrommel, Einzelanfertigungen
  • überarbeiteter Rahmen XS 650 B / TX 650 (befreit von allem Schnick Schnack), offenes Rahmendreieck
  • Sonderlackierung
  • alle Schrauben VA
  • Schwingennadellager
  • Koni-Stoßdämpfer
  • Zubehörfußrasten WMF
  • MOTAD-Auspuff 2 in 1 (e11)
  • Guiliari-Sitzbank
  • gesamte Fahrzeugelektrik Eigenbau (Brückengleichrichter CONRAD, Spannungsspitzenkiller BOSCH)
  • Gelbatterie 14 A/h
  • Doppelrücklicht POLO
  • Heckschutzblech US-Version (kurz)
  • etc. etc.

Als ich vorgestern (25.06.2012) noch einmal durch meine Garage lustwandelte sah ich mit Schrecken jede Menge Alu-Abrieb auf der Hinterradfelge meiner XS. Schock-schwere-Not, was ist denn da passiert, war doch die letzte Fahrt am Vortag völlig unauffällig! Der Bremsdeckel hatte an der Radnabe geschliffen, nun gut, aber warum? Die Fehlersuche ergab dann, zwei der drei Radlager hatten ihren Geist aufgegeben. Aber warum? Sie waren keine 2000 Km alt. Der Fehler war dann auch schnell gefunden, Die vier Mitnehmer des Kettenblatträgers waren in der Radnabe auf Block gegangen und hatten dort einen netten Seitendruck auf die Radlager erzeugt. Das mögen Kugellager ja nun gar nicht. Es ist wohl ein Ergebis des Umbaus auf die RD-Radnabe. Ich habe die Mitnehmer jetzt mal um 2 mm gekürzt, um auch die Ruckdämpfer wieder funktionsfähig zu gestalten. Ob das gereicht hat wird die Zukunft zeigen, ggf. geht noch ein Satz Radlager (44 Euro) über die Wupper.

Die Kupplung und Elektrik meiner "ToBi Spezial"

Da ich mit der Kupplung, insbesondere den dort auftretenden Geräuschen (sie knarrt und quietsch!) und Handkräften, nie wirklich glücklich war, habe ich mich heute entschlossen, sie zu erneuern. Dazu muss man wissen, die Kupplung hat genau 187 Km auf dem Buckel, ist also flammneu. Richtig ist, sie wurde mir empfohlen und richtig ist auch, sie taugt niXS. Sie hält das Öl nicht auf den Belegen und fällt innerhalb kürzester Zeit trocken. Das ist kein Sonderfall bei meiner XS, bei meinem Freund Paul ist das mit den gleichen Belegen bei seiner XS auch passiert! Je XS 75 Euro für den Mülleimer!*(((

Ich habe jetzt je einen Satz Kupplungslamellen und einen Satz Kupplungsfedern (plus 15%) von EBC gekauft. Ich hoffe sehr, dass ich das Problem damit in den Griff kriege. So wie jetzt war die XS unfahrbar!

Wenn das alles klappt, ist danach die Elektrik noch einmal dran. Der Ladestromkreis muss überprüft und die Batterie erneuert werden. Die im letzten Jahr gekaufte Billigbatterie hat drei Wochen gehalten, war wohl den Vibrationen nicht gewachsen. Die Erkenntnis daraus ist, billig taugt niXS. Danach hatte ich keinen Bock mehr auf das Moped und es blieb einfach stehen. Das geht aber gar nicht! Das ist nicht mein Anspruch!

Die alte Kupplung ist ausgebaut. Eine neue Gelbatterie gekauft.

Es ist angerichtet ...

Die Ersatzteile sind nun alle eingebaut, bin schon auf die Probefahrt gespannt. Weil das Wetter so herrlich besch... ist, habe ich der XS noch einige kosmetische Maßnahmen angedeihen lassen. Nicht notwendig, aber schön wenn sie fertig sind!*)))

Die Probefahrt ist absolviert, die Kupplung funktioniert prächtig! Puuuuh, das war eine schwere Geburt, das hätte ich schon viel früher machen sollen!

Nun muss ich noch die Elektrik in Ordnung bringen, genau gesagt den Ladestrom, aber das ist wohl auch hinzukriegen. Raaaaaaaaaaaaaaaaalf!!!!!!!!!!

Über die Vollabnahme meiner "ToBi Spezial"

Also, nachdem mein "Eigenbau" schon 2 Jahre fertig in der Garage herumgestanden hatte und sich die Fragen meiner Freunde häuften: "Wann machst du endlich den TÜV?" (Freunde können so grausam sein!), verlor ich dann im Jahr 2008 die Nerven und ging dieses Thema an. Ich hatte es ein bisschen vor mir hergeschoben, da ich die Hosen ein wenig voll hatte. Sie war halt in manchen Bereichen "sehr speziell" geworden! Und wer hat schon Lust sich ausgerechnet von einem TÜV-Prüfer auslachen zu lassen? Vor allem, es ging um ein Vollgutachten, da gucken die Brüder schon etwas genauer hin! Und dann hatte ich eben auch Dinge gemacht, für die kriegst du nirgendwo eine ABE oder Vergleichbares, da bist du dem Wohlwollen des TÜV zu 100 % ausgeliefert!

Also sprach ich zunächst mal mit meinem Laverda-Händler, der hatte einen Haus-TÜV und der ging mit Laverdas sehr großzügig um!*))) "Klar, komme mit dem Ding mal her. Das wird schon klappen!" Also wurde ein Tag ausgesucht an dem es trocken und auch der besagte Prüfer da war! XS auf den Anhänger und los ging es!

Vor Ort angekommen, die XS abgeladen und dann rein in den Hof zum Prüfer (starkes Herzklopfen!). Er sah das Motorrad, er sah mich und man sah ihm an, das geht nicht gut! Und so sollte es dann auch kommen.

Den Prüfablauf stelle ich etwas verkürzt da!

Er: Andere Reifengrößen? Gutachten?

Ich: Nee.

Er: Stummellenker? Gutachten?

Ich: Nee.

Er: Stahlflexleitungen? Gutachten?

Ich: Ja. (Puuuuh)

Er: Sitzbank (Guiliari)? Gutachten?

Ich: Nee.

Er: Na ja, schauen wir mal!

Er: Auspuff? Gutachten?

Ich: Klar!!!

Er: Machen Sie die mal an! ... Die ist aber leise!!! (Ich: Idiot)

Er: Schalten Sie mal das Licht durch.

Ich: Kein Problem (Alles funktioniert. Mürrisches Gesicht bei ihm!)

Er: Dell Orto Vergaser mit offenen Ansaugtrichtern? Wie soll das denn gehen? Dafür brauchen Sie ein Gutachten!!

Ich: Wo soll ich das denn herkriegen, das Motorrad wird seit 1985 gar nicht mehr gebaut!

Er: So geht das aber nicht!

Und dann sah er die ins Freie verlegte Motorentlüftung! Da dachte ich, er stirbt den Herztod!

Er: So eine Sauerei! Das könne man mit ihm nicht machen! Etc. etc. . Nee, dieses Motorrad findet seinen Segen nicht, keine Chance!! (Anmerkung: Vom Bj. her war das sogar zulässig und ORIGINAL!).

Und das obwohl er vorher noch bei strahlendem Sonnenschein mit einer Taschenlampe bewaffnet überprüft hatte, ob denn möglicherweise der Hinterradreifen an der Schwinge schleift!

OK, habe ich halt mit angeklappten Ohren, sichtlich enttäuscht, meine XS wieder aufgeladen. Erstmals in meinem Schrauberleben hatte ich keinen TÜV-Segen erhalten! (Das muss man erst einmal verarbeiten! Würde ich jemals wieder ein glücklicher Mensch werden können? Nach Aussage meiner Frau hatte diese mich noch niemals derartig niedergeschlagen und enttäuscht erlebt!).

Zwischenzeitlich war eine Laverda in den Hof gebollert, hatte in 5 Minuten Standzeit eine nicht zu übersehende Ölpfütze unter dem Motor produziert und bekam, ohne jede Beanstandung, eine neue TÜV-Plakette!

Das Leben kann grausam sein!!!

Die folgende Nacht verbrachte ich mit intensivsten Recherchen nach Gutachten / Briefkopien etc. im Internet! Sogar recht erfolgreich.

Da mein Ehrgeiz nun aber erst richtig auf Drehzahlen gekommen war fasste ich mir ein Herz und rief meinen Lieblings-TÜV-Prüfer an. Ich erzählte ihm, dass ich mir ein Motorrad gebaut hätte, es umfassend phototechnisch dokumentiert hätte, leider nicht für alle Umbauten die entsprechenden Gutachten hätte. Ob ich ihm das alles zunächst mal papiertechnisch zeigen könnte? Kein Problem, kommen Sie mal vorbei! (An dieser Stelle kehrte mein Lebensmut zurück!) Gesagt, getan.

Und dann ging es wie folgt (verkürzt dargestellt):
Andere Reifengrößen? Kein Problem!

Stummellenker? Kein Problem!

Dell Ortos? Kein Problem!

Offene Ansaugtrichter? Kein Problem! (Die haben jetzt sogar eine Prüfnummer!)

etc. etc. Kein Problem! Kein Problem!

Kommen Sie mit dem Ding mal her! (an dieser Stelle wurde ich wieder ein fröhlicher Mensch!).

Den Gefallen konnte ihm natürlich nicht abschlagen. 1 1/2 Stunden und 128 Euro später hatte meine XS ein Vollgutachten, war ALLES eingetragen. Der Prüfer bestätigte mir, dass das wirklich ein sehr hübsches Motorrad geworden sei, wünschte mir damit viel Spaß und allzeit Gute Fahrt. Zum Schluss schenkte er mir auch noch einen originalen TÜV-Schlüsselanhänger!

Da verstehe einer die Welt und den TÜV insbesondere! Ich tue mich schwer damit! Aber, ich bin GLÜCKLICH!*)))

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